Das andere Malta #3

Die Haustür in Malta

Die Haustür in Malta

Eine Haustür in Malta schützt vor Licht, Luft, Sonne, Touristen und wahrscheinlich auch vor Seeräubern. Sicher schützt eine Haustür auf den Inseln auch die Existenz und das Einkommen von Schreinern und Handwerkern.

Die Haustür besteht aus fünf bis sechs Lagen und ist damit bestimmt nicht günstig. Mir stellt sich die Frage, ob die Kriminalität so hoch ist, dass dies notwendig ist. Oder gibt es hier eine Urangst, die es nicht zulässt, ein Haus mit nur einer massiven Eichentür auszustatten? Der Umstand drei oder vier Türen aufmachen zu müssen, um die Einkaufstüte ins Haus zu bringen, erscheint mir absurd.

Der gleiche Aufbau ist mir bei Fenstern aufgefallen. Wer braucht denn außen Fensterläden und im Zimmer, Eisengitter und noch einen Fensterladen? Es kann natürlich auch sein, dass ein Malteser seiner Bank nicht traut und die Wertgegenstände und Reichtümer im Haus aufbewahrt. Aber das ist natürlich nur meine primitive Art, mir bei 40 Grad im Schatten unsinnige Gedankenspiele zu erlauben.

Die ansprechende, maltesische Architektur, Balkon an jedem Haus und oft in jeder Etage, lässt auf die Liebe zu Licht und Wärme schließen. Aber was fällt mir da auf? Ob früh um acht Uhr oder am Tag, auch in den Abendstunden – die Öffnungen der Häuser sind verrammelt. Die Fenster und Türen, Bögen und Balkonies sind verschlossen – immer. Nach unzähligen Fahrten mit dem öffentlichen Bus über die Insel habe ich für mich festgehalten:  “Türen sind nur beim Betreten offen”, und “Fenster werden nur zum Putzen geöffnet”. Natürlich ist diese Beobachtung subjektiv.

Gut, wir befinden uns auf Malta in der Nähe von Afrika. Vierzig Grad im Schatten sind keine Seltenheit in den Sommermonaten. Da schließt man auch in Deutschland das Rollo. Aber am Morgen und am Abend geniesen wir die Wärme vor dem Haus und auf dem Balkon. Wir machen Fenster und Türen auf und lassen Luft und Licht ins Haus.

Zu dieser Tatsache drängt sich mir der Wunsch auf, einen Stoß Aktien der maltesischen Stromversorger zu besitzen. Das arme Völkchen braucht trotz ständiger Sonne, Tag und Nacht die Glühbirne.

 

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