Daheim in Franken #1

Franken Grabfeld

Im Grabfeld zu Hause

Meine Beschreibung der Region Grabfeld in Franken. Nicht alles ist ganz ernst zu nehmen. Ich liebe diesen Landstrich.

Es gibt hier noch viele Menschen, die ihre gesamte Lebenszeit im Grabfeld verbringen. Weil sie hier geboren sind und das Land tiefes Heimatgefühl in die Menschen wurzelt. Die hügelige Landschaft wird von dicker Luft und Industrie verschont.

Zonengrenzgebiet

Bis 1990 zog sich die sogenannte Zonengrenze durch die Idylle. Das war wohl der Grund für das abgehängte Dasein der Eingeborenen. Wer einen vernünftigen Lebensstandard aufbauen wollte und keinen landwirtschaftlichen Betrieb im Rücken hatte, musste den Landstrich verlassen. Die Industrie in Schweinfurt hat viele junge Menschen in die Fabriken gezogen. Bei den Schweden und beim Sachs  verdiente  man gutes Geld.

In die Stadt

Die ältere Bevölkerung, wie meine Oma, kam nur selten in die Stadt. Das war jedesmal ein Ereignis. Aus heutiger Sicht, eine halbe Weltreise. Es gab nur den Arbeiterbus. Allerdings war da in den sechziger Jahren auch noch eine Eisenbahn. Der Anschluss Königshofen wurde jedoch aus wirtschaftlichen Gründen gestrichen. So ist ein Besuch in der Stadt Schweinfurt, ohne Auto, auch heute noch eine kleine Reise. Es gibt auch heute nur den Arbeiterbus.

Ein stündlicher Anschluss an die Außenwelt, nach europäischem Standard, bleibt ein Traum.

Markt im Städtle

Aber es ist nicht wirklich nötig zum Einkaufen in die Stadt zu pilgern. Es gibt hier noch Märkte. Für die Klamotten steht vier mal im Jahr der “Blaue Schürzen Markt”. Der Markt erinnert mich an die Basare in den östlichen Ländern. Nur nicht so attraktiv. Ich frage mich, wer die blau gemusterten Kittelschürzen in diesen Mengen eigentlich noch kauft.

Am Mantelsonntag, im Spätherbst vor Winterbeginn, sind die Geschäfte im Städtle am Sonntag offen und ein Markt wird abgehalten. An diesem Tag wird traditionell der neue Wintermantel erstanden. Da geht dann auch noch eine neue Kittelschürze mit.

Die erfreuliche Ausnahme, ein wirklich über lange Jahre attraktiver Markt, der Hobbykünstler-Markt. Zwei Tage zeigen Künstler und Handwerker ihre ausgefallenen und individuelle Werke.

Die abgehängte Insel der Glückseligkeit

Ja, kurz zusammen gefasst, der Anschluss an die Jetztzeit, an Fortschritt und schnelles Internet, liegt 40 Kilometer südwestlich vom Grabfeld.  Ohne Auto, nur in Verbindung mit einer Tagesreise, erreichbar. Das hat aber auch seine Reize. Kurzzeitbesucher und Urlauber – ja, die gibt es, nennen unsere Region “die Insel der Glückseligkeit”.

 

März 22, 2018

Schlagwörter: , , ,